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Zukunftswerkstatt „Queere Jugendarbeit“ 2025

Vom 7. bis 9. November 2025 fand im Europahaus Aurich die Zukunftswerkstatt „Queere Jugendarbeit“ von Lambda Niedersachsen-Bremen e.V. statt. An diesem intensiven Zukunftswochenende kamen queere Jugendliche und junge Erwachsene sowie haupt- und ehrenamtlich Engagierte aus Niedersachsen und Bremen zusammen, um gemeinsam Bilanz zu ziehen, Perspektiven zu entwickeln und die Weichen für die Zukunft queerer Jugendarbeit im Norden zu stellen.

 

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine offene und konstruktive Auseinandersetzung mit der bisherigen Arbeit von Lambda und den angeschlossenen queeren Jugendgruppen. Nach einer Kennenlernphase und der gemeinsamen Klärung von Erwartungen und Ablauf des Wochenendes widmeten sich die Teilnehmenden zunächst den Qualitätsstandards queerer Jugendarbeit. Diese wurden gemeinsam reflektiert, weiterentwickelt und inhaltlich neu aufbereitet. Die überarbeiteten Qualitätsstandards, inklusive einer neu erarbeiteten Anleitung zur Gründung queerer Jugendgruppen, werden noch im Jahr 2025 veröffentlicht und gedruckt.

 

 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage: Wie gründet und gestaltet man eine queere Jugendgruppe nachhaltig? In praxisnahen Arbeitsphasen wurden zentrale Aspekte wie Gruppenstart, Gruppenleitung, Professionalisierung, Unterstützungsangebote durch den Landesverband sowie hilfreiche Kommunikations- und Vernetzungsstrukturen erarbeitet. Diese Inhalte fließen ebenfalls in die neuen Qualitätsstandards ein.


 

In einer umfangreichen Wunschwerkstatt setzten sich die Teilnehmenden damit auseinander, was queere Jugendarbeit auf unterschiedlichen Ebenen benötigt. Auf kommunaler Ebene wurden insbesondere Bedarfe wie geeignete Räumlichkeiten, verlässliche Ansprechpersonen, Unterstützung durch Kommunen, Kooperationen sowie materielle Ressourcen benannt. Regional wünschen sich queere Jugendgruppen mehr Austausch, Vernetzungsräume und Möglichkeiten, andere Engagierte kennenzulernen. Auf Landesebene wurden vor allem der Mangel an Fördermitteln, fehlende Informationen, unzureichende Vernetzungsstrukturen sowie der Bedarf an Schulungen, Fortbildungen und landesweiten Veranstaltungen deutlich.

 

Auf dieser Grundlage wurden die Ziele von Lambda Niedersachsen-Bremen e.V. gemeinsam neu formuliert. Dazu zählen unter anderem:

  • das langfristige Ziel, dass es in jedem Landkreis in Niedersachsen und Bremen mindestens eine queere Jugendgruppe gibt,

  • der Ausbau landesweiter Vernetzung queerer Jugendgruppen,

  • die Bereitstellung von Tools, Methoden und Plattformen durch den Landesverband,

  • die Förderung inklusiver Jugendarbeit,

  • die Stärkung queerer Jugendlicher, insbesondere im ländlichen Raum,

  • der Ausbau der Sichtbarkeit queerer Jugendarbeit,

  • die weitere Professionalisierung der Arbeit sowie

  • der Ausbau der queeren Jugendberatung.

Auch die Rolle und die Aufgaben des Landesverbands wurden klar benannt: Lambda versteht sich als Träger von Jugendbildungs- und Vernetzungsveranstaltungen, als beratende und unterstützende Struktur für queere Jugendgruppen – insbesondere in pädagogischen Fragen, im Fördermanagement und beim Gruppenaufbau – sowie als Interessenvertretung queerer Jugendarbeit auf allen Ebenen. Zudem sollen Best-Practice-Beispiele verbreitet, queere Jugendliche empowered und die Qualitätsstandards kontinuierlich weiterentwickelt werden.

 

Abschließend erarbeiteten die Teilnehmenden eine Roadmap „Lambda 2026 plus“. Geplant sind unter anderem regionale Jugendarbeitstreffen, eine stärkere Präsenz auf CSDs, der Ausbau queerer Jugendberatung, die Schaffung eines ersten hauptamtlichen Postens, eine erneute Landesvernetzung 2026, die Reaktivierung des Landesbeirats, ein Leitungstreffen, eine neue Mitgliederversammlung sowie erste Schritte hin zu internationalen Jugendbegegnungen. Auch der Zugang zu Landesmitteln der Jugendbildung und weitere Team- und Strategieklausuren wurden als wichtige Meilensteine benannt.

Neben den inhaltlichen Arbeitsphasen bot das Wochenende Raum für Austausch, Vernetzung und Gemeinschaft. Open-Space-Elemente, informelle Gespräche und ein abwechslungsreiches Abendprogramm stärkten den Zusammenhalt. Das Feedback der Teilnehmenden fiel insgesamt sehr positiv aus: Die Methoden wurden als passend und motivierend beschrieben, die Moderation als klar, humorvoll und gut strukturiert. Besonders hervorgehoben wurden die hohe inhaltliche Qualität, die neu gewonnene Motivation und der gute Überblick über die Arbeit von Lambda. Als Wunsch für zukünftige Veranstaltungen wurde vor allem mehr Zeit für Austausch und Vernetzung zwischen den einzelnen queeren Jugendgruppen genannt.

 

 

Die Zukunftswerkstatt 2025 hat damit nicht nur wichtige inhaltliche Ergebnisse hervorgebracht, sondern auch deutlich gemacht, wie groß das Engagement, der Bedarf und das Potenzial queerer Jugendarbeit in Niedersachsen und Bremen sind. Mit vielen Ideen, klaren Zielen und neuer Energie blicken die Teilnehmenden nun gemeinsam in die Zukunft.

Kontakt

 

Lambda Niedersachsen-Bremen e.V.

 

Torstr. 16
38518 Gifhorn

 

Telefon: 05371 7593 152

E-Mail: kontakt(at)lambda-nds-hb.de

Lambda NDS-HB e.V. wird finanziell gefördert durch:


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